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DSO: Probleme in Kliniken

Bessere Therapien und Medikamente haben zwar dazu geführt, dass für immer mehr Menschen eine Transplantation in Betracht kommen kann und ihnen die Chance für ein neues Leben gibt.

Noch immer aber beträgt die Wartezeit der Patienten häufig über ein Jahr. Die Ursache für den Organmangel liegt jedoch nicht nur daran, dass viele Menschen sich zu Lebzeiten keine Gedanken darüber machen wollen, ob sie nach ihrem Tod ihre Organe für andere zur Verfügung stellen. "Etwa 60 Prozent aller Krankenhäuser mit Intensivstationen melden potenzielle Organspender nicht weiter", kritisiert Ilja Stracke, Sprecherin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO).
Dabei seien die Kliniken nach dem Transplantationsgesetz zur Meldung verpflichtet. Sanktionen bei einer Nichtmeldung gebe es aber nicht. "Würden alle Kliniken mögliche Organspender melden, hätten wir gar keinen Organmangel", sagt auch Burkhard Tapp vom Bundesverband der Organtransplantierten (BDO). Dann könnte fast jeder auf der Warteliste auf ein lebensrettendes Spenderorgan hoffen. Doch offensichtlich mangelt es an der Kooperationsbereitschaft vieler Kliniken. "Bei einer Transplantation ist das Personal gebunden und der Operationssaal wegen der bevorstehenden Organentnahme belegt", sagt Tapp.

Auch Personalnotstand und finanzielle Engpässe der Kliniken erschweren die Situation. Dabei erhalten die Kliniken mittlerweile bei einem Organspendefall eine Aufwandsentschädigung. "Nicht alle Krankenhäuser haben die notwendige Sensibilität zum Thema", sagt Stracke. Es gebe mehrere Kliniken, die nur die Heilung des Patienten sähen. An eine mögliche Organspende werde gar nicht gedacht. "Eine Organspende in einem Krankenhaus ist auch ein seltenes Ereignis", sagt Stracke. Oft gebe es in einer Klinik nur eine Spende pro Jahr.

Nach Erkenntnissen der DSO könnte die Einrichtung eines Transplantationsbeauftragten in jeder Klinik die Organspendesituation verbessern. "Der Transplantationsbeauftragte ist Ansprechpartner für das Klinikpersonal und begleitet den Organspendeprozess", sagt Stracke. In einigen Bundesländern wie beispielsweise Mecklenburg-Vorpommern sind Transplantationsbeauftragte in den Kliniken vorgeschrieben. So gibt es in dem norddeutschen Bundesland 36,5 Organspenden auf eine Millionen Einwohner.

[aus: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/23/0,3672,2307095,00.html]