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Ein Ausdruck christlicher Nächstenliebe

Interview mit Karl Kardinal Lehmann: Als Bischof von Mainz hat er gemeinsam mit dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck die Schirmherrschaft über die Veranstaltungen zum diesjährigen Tag der Organspende in der Landeshauptstadt übernommen. Mit einem Dankgottesdienst wird dort der verstorbenen Organspender gedacht. Auf einem Symposium erörtern Experten und Betroffene Fragen zur Organspende.

Warum unterstützen Sie die Organspende?
Karl Kardinal Lehmann: Die Transplantationsmedizin ermöglicht es, Leben zu retten und die Lebenssituation vieler Menschen entscheidend zu verbessern. Transplantation ist jedoch nur durch Organspende möglich. So ist die Organspende ein solidarisches Zeichen christlicher Nächstenliebe.

Welche Gründe sprechen aus christlicher Sicht für die Organspende?
Karl Kardinal Lehmann: Christliches Anliegen ist es von jeher, für die Schwächeren und Hilfsbedürftigen einzutreten. Wer Organe spendet, zeigt sich solidarisch mit Behinderten und Bedürftigen, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind. Letztlich kann jeder von uns in die Situation kommen, ein solches Spenderorgan zu benötigen. Daher gilt allen Verstorbenen, die ihre Organe zur Transplantation freigaben, und natürlich auch deren Angehörigen, ein besonderer Dank. Sie handeln ethisch verantwortlich und vorbildlich.

Was ist die Meinung der Kirche zur Organspende?
Karl Kardinal Lehmann: In einer „Gemeinsamen Erklärung“ aus dem Jahr 1990 haben sich die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche für die Organspende ausgesprochen. Es gibt später Wiederholungen in ähnlicher Form. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass es gut ist, zu Lebzeiten eine Entscheidung zur Organspende zu treffen. So kann man seinen Angehörigen die zuweilen schmerzliche Last einer Entscheidung abnehmen und ihnen die Not von Mutmaßungen über den eigenen Willen ersparen.

Trotz großer Anstrengungen aller Beteiligten reicht die Zahl der Organspenden immer noch nicht aus, um den notwendigen Bedarf an Organen für Transplantationen sicherzustellen. Was könnte nach Ihrer Meinung helfen diesen Mangel zu beheben?
Karl Kardinal Lehmann: Manche Menschen begegnen dem Thema Organspende mit Ängsten. Es ist mehr öffentliche Information über die ethischen, rechtlichen und medizinischen Aspekte der Organspende notwendig, um Vorbehalte abzubauen. Auch offene Gespräche über dieses Thema in den Familien würden vermeiden, dass sich Angehörige erst im Moment des Todes eines nahe stehenden Menschen mit den Gedanken an eine Organspende auseinandersetzen müssen.


Die Erklärung „Organspende“ (1990) kann bestellt werden u. a. beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn. Sie steht auch im Internet als Download zur Verfügung: http://dbk.de/schriften/DBK6.GemeinsameTexte/gt001-rtf.zip

[aus: http://www.dso.de]