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Organmangel kostet täglich drei Menschenleben

Stiftung stellt Statistik auf / Nur ein Zehntel der Deutschen besitzt Spenderausweis / Einverständnis auf Papier reicht aus

Wiesbaden / Neu-Isenburg (dpa) - In Deutschland werden nur halb so viele Organe gespendet wie medizinisch dringend nötig. Beim Warten auf Niere, Bauchspeicheldrüse. Leber oder Herz sterben statistisch jeden Tag drei Menschen. " Das ist eine Lücke mit tödlichen Folgen. Wir brauchen einen Ruck bei der Spendenbereitschaft im Krankenhaus und in der Bevölkerung", sagte der Bevollmächtigte des Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation in Neu-Isenburg (DSO), Heiner Smit, am Freitag in einem dpa-Gespräch. Der Vorsitzende des Internistenkongresses, Manfred Weber, hatte in dieser Woche vorgeschlagen, bei der Verlängerung des Personalausweises eine Aussage zur Spendenbereitschaft zu verlangen. Wer nicht spende, solle auch keine Organe erhalten, so Weber. Smit hält eine solche Idee wegen des grundsätzlich freiwilligen Charakters der Organspende zwar juristisch für unhaltbar. "Ethisch und aus den Erfahrungen eines Praktikers kann ich die Forderung aber verstehen: Jeder sollte gedanklich mal den Platz mit Menschen tauschen, die jahrelang auf ein Organ warten." Wer einen Spenderausweis ausfülle, nehme seinen Angehörigen eine schwierige Entscheidung ab, betonte der DSO-Experte. Bisher haben nur rund ein Zehntel der Deutschen einen Organspendeausweis, in mehr als 80 Prozent der Fälle müssen deshalb die Angehörigen über eine Spende entscheiden. "Dabei kann das Einverständnis völlig unbürokratisch geäußert werden: Ein paar Sätze auf ein Blatt Papier, Unterschrift und den Zettel ins Portemonnaie - das reicht", so Smit. Wichtig sei, die Bereitschaft zur Spende bei Verwandten und Freunden bekannt zu machen.

[dpa-Meldung aus: Offenbach-Post vom Samstag, 2. April  2005]