Home
Ziele
Berichte
Bilder
Links
Kontakt
Gästebuch

Noch immer Mangel bei Organspenden

Kiel (dpa) - Die Bereitschaft zur Organspende ist in Deutschland nach Darstellung von Medizinern noch zu wenig ausgeprägt. "Das neue Transplantationsgesetz hat keine wesentliche Verbesserung bewirkt", bilanziert der Leiter der 13. Fachtagung der Deutschen Transplantationsgesellschaft (DTG) in Kiel, Prof. Fred Fändrich. Seit 1997 werden Spenderorgane nach einer deutschlandweiten Warteliste vergeben.
Bundesweit warten laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) derzeit rund 12.000 Patienten auf ein Organ. Allein knapp 10.000 Menschen brächten eine neue Niere, müssten darauf aber fünf bis sechs Jahre warten.
Die europäische Dachorganisation Eurotransplant sieht auch strukturelle Probleme in Deutschland: In Spanien, Österreich und Belgien mache die so genannte Widerspruchsregelung jeden Bürger per Gesetz zu Organspender - es sei denn es wird Widerspruch eingelegt. In diesen Ländern sei die Zahl der Organspender je eine Million Einwohner mit bis zu 34 (Spanien) deutlich höher als in Deutschland (13,5), wo eine Organspende an die Zustimmung des Spenders oder - im Todesfall - seiner Angehörigen gekoppelt ist.
Gleichwohl steigt die Zahl der Organverpflanzungen in der Bundesrepublik seit Jahren stetig an. 2003 wurden nach DSO-Angaben insgesamt 4175 Nieren, Lebern, Herzen und Lungen übertragen. Seit 1963 die erste Spenderniere verpflanzt wurde, transplantierten Mediziner fast 70.500 Organe.
Am höchsten war die Zahl der Organspenden in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit 18,4 Organspendern pro eine Million Einwohner. Es folgten Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (17,4). Über dem Durchschnitt lagen auch Hamburg (15,6) und Bayern (14,9). Schleswig-Holstein blieb darunter (11,3). Schlusslicht war Nordrhein-Westfalen (11,1).
Derzeit gibt es bundesweit 46 Kliniken, die Organe verpflanzen.

[dpa-Meldung aus: Offenbach-Post vom Samstag, 23. Oktober 2004]